^Nach oben
foto1 foto2 foto3 foto4 foto5

Archiv

Philip Militz»Was hat die Schmalspurbahn im Harz, was wir nicht haben?«

Ein Online-»Maurerwort« von Philip Militz

Anlass des Kommentars: Die Entscheidung des Bundesfinanzministeriums gegen eine Freimaurer- Sonderbriefmarke zum 275. Jubiläum der ersten deutschen Loge bzw. der deutschen Freimaurerei.

Liebe Leser (insbesondere liebe Brüder), das Bundesfinanzministerium hat einer Sonderbriefmarke zum 275jährigen der deutschen Freimaurerei in 2012 nun leider eine Absage erteilt.Ein 13köpfiger »Unabhängiger Programmbeirat« hatte Minister Wolfgang Schäuble eine »ausgewogene« Vorauswahl zu präsentieren, die »allen Bereichen der Gesellschaft gerecht wird«. Briefmarken seien »ein Medium, das Zeichen setzt. Sie erzählen von Menschen, die Herausragendes geleistet haben und erinnern an Ereignisse, die wir nicht vergessen dürfen« erklärt das Ministerium auf seiner Website. Und Bruder Knut Terjung, Organisator unserer 2012er-Feierlichkeiten, fragt sich diesbezüglich nun zu Recht stirnrunzelnd in einem gerade in der »Zirkelkorrespondenz« erschienenen Artikel: »Was zählen Goethe, Mozart, Lessing ? selbst ein Freimaurer Heinrich von Stephan, der das deutsche Postwesen sozusagen erfunden hat? Warum sollte da ausgerechnet die (?) Bruderschaft (?) berücksichtigt werden, die in Deutschland noch häufig gegen insbesondere aus der Nazizeit stammende Vorurteile zu kämpfen hat?« Und es erstaunt sicher umso mehr, welche Themen letztlich den Zuschlag für die 2012er-Sondermarken erhalten haben: Darunter die »Wiederbesiedlung der heimischen Wildtiere Luchs und Elch«, die »Drei Gleichen« (Burgen in Thüringen), Deutschlands kleinster »Nationalpark Jasmund/Königsstuhl Rügen«, das 125jährige Bestehen der »Schmalspurbahnen im Harz«, das 100- jährige der »Mittenwaldbahn« sowie »200 Jahre Gäubodenvolksfest in Straubing« (um hier nur ein paar Beispiele zu nennen). Knut Terjungs Fazit stimmt letztlich aber doch versöhnlich: »Wir Freimaurer können uns immerhin damit trösten, dass im kommenden Jahr eine Marke zum 300. Geburtstag Friedrich des Großen und noch eine zum 100. Geburtstag von Axel Springer vorgesehen sind. Dass die beiden Freimaurer waren, braucht ja niemand zu wissen. Setzen wir alle Anstrengung daran, dass man in der Öffentlichkeit, auch in der Politik mehr über die deutsche Freimaurerei erfährt und unsere Ziele mehr Wertschätzung erfahren! Auch wenn es dann zu unserem 300jährigen Bestehen wahrscheinlich keine Briefmarken mehr geben wird.« Und ich möchte noch ergänzen: Trösten wir uns auch damit, dass uns Verschwörungstheoretiker jetzt wahrscheinlich wenigstens nicht vorwerfen werden, wir hätten auch das Bundesfinanzministerium unterwandert. Abschließend frage ich (mich) eigentlich nur noch: Was hat eigentlich die »Schmalspurbahn im Harz« was wir nicht haben? Erhellende und gerne auch erheiternde Vorschläge bitte per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Kommentar in meinem Blog.

Philip Militz ist Autor des Buchs »Freimaurer in 60 Minuten« und Referent für Öffentlichkeitsarbeit der »Vereinigten Großlogen von Deutschland«. Seine »Maurerwort«-Kommentare erscheinen regelmäßig u. a. in seinem Blog und in der »Zirkelkorrespondenz«, Deutschlands ältestem Freimaurer-Magazin.