Freimaurerorden

AUF EIN WORT MIT DEM FREIMAURERORDEN.

Der Newsletter zur Homepage der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland.

Ausgabe März 2023

DREI FRAGEN AN BRUDER PETER SOMMERER

Temperamentvoller Dirigent und begnadeter Conférencier

ES GEHT IMMER UM DEN EINZELNEN BRUDER

Standpunkt und Denkanstoß

WAS IST DAS ALLEINSTELLUNGS-MERKMAL DER FREIMAUREREI?

Nachgefragt beim Landesgroßmeister Horst Reimann

Der Wesenskern und das Alleinstellungsmerkmal der Freimaurerei ist das rituelle Erleben, das stetig neue Erfahrungshorizonte eröffnet. Der Logenbruder wird bei seinen Bemühungen um Selbsterkenntnis und Selbstveredelung durch geregelte, wiederkehrende rituelle Abläufe unterstützt. Symbolische Handlungen begleiten seinen Weg durch das Ritual und bringen ihn mit einer Vielzahl sinngebender Symbole in Kontakt. Dieses Ritual handelt nach althergebrachten Abläufen und Strukturen mit uns. Da wir es zuvor nicht kennen, ist jeder Bruder auf tiefes Vertrauen in die Bruderschaft angewiesen. Diese zelebriert den rituellen Ablauf während einer Aufnahme in den Bund und gibt dem Aufzunehmenden Sicherheit. Daher finden diese rituellen Handlungen in einem geschlossenen Tempel statt, der den „geschützten Raum“ darstellt, in dem wir uns vertrauensvoll dem Ritual überlassen können, ohne Störung und Ablenkung. Der Prozess der Selbsterkenntnis und Selbstveredelung wird nach dem Erlebnis des Rituals durch Gespräche im Bruderkreis und Instruktionen sowie Seminarangebote gefördert und vertieft.

Übrigens gilt auch für unsere freimaurerische Ausrichtung: Wir ersetzen weder Religion im Allgemeinen noch die Kirche im Besonderen. Freimaurerei ist grundsätzlich weder Religion noch Kirche und lehrt keine religiöse Doktrin. Der Bruder als Einzelner hat seine Religion, seinen ganz persönlichen Glauben. Seine nur ihm innewohnende religiöse Überzeugung bleibt ausschließlich eben ihm überlassen und wird niemals und von niemandem auch nur im Geringsten beeinträchtigt.

DREI FRAGEN AN BRUDER PETER SOMMERER

Temperamentvoller Dirigent und begnadeter Conférencier

Der österreichische Dirigent Peter Sommerer, Landesgroßmusikmeister der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland / Freimaurerorden, ist seit Beginn des Jahres 2021 Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Sächsischen Bläserphilharmonie.

Neben seiner Verpflichtung bei diesem in Deutschland einzigartigem Orchester, ist er auch international als Gastdirigent gefragt. So gab er zu Beginn der Spielzeit 2019/20 mit dem Orquesta Sinfónica de la Universidad de Guanajuato Bucheon Philharmonic sein gefeiertes Debüt in Mexiko.

Von 2012-2019 war Peter Sommerer Generalmusikdirektor des Landestheaters Schleswig-Holstein. Sein Debut in Süd-Korea mit dem Bucheon Philharmonic Orchestra war der Beginn seiner vermehrten Tätigkeit in Asien.

Peter Sommerer dirigierte unter anderem die Königliche Kapelle Kopenhagen, am Opernhaus Zürich, die Hamburger Symphoniker, Bucheon Philharmonic Orchestra, das Philharmonische Orchester Graz, das Austro-Iranian Symphony Orchestra Teheran, die Brandenburger Symphoniker, die Lübecker, Magdeburger und Jenaer Philharmonie, die Süddänische Philharmonie, sowie auch regelmäßig in den USA und in Kanada.

Sein Anliegen, den musikalischen Nachwuchs zu fördern, findet Ausdruck in der Übernahme der künstlerischen Leitung der „Jungen Philharmonie Brandenburg“ zu Beginn der Saison 2018/19. Darüber hinaus gründete er die „Symphonic Youngsters Flensburg“, die nun jährlich Ihre „Sommer-Akademie in der Busgarage“ abhalten werden.

Seit dem Wintersemester 2020 ist Peter Sommerer auch Dozent für Dirigieren und Ensembleleitung tätig, zunächst an der Musikhochschule Lübeck, seit Sommersemester 2021 an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn-Bartholdy“ Leipzig.

WAS HAT DICH ZUR FREIMAUREREI GEBRACHT, WAS WAR DEIN ANTRIEB HIERZU?

Br. Peter Sommerer: Um ehrlich zu sein: ich habe nicht danach gesucht, mehr hat mich die Freimaurerei gefunden. Ein guter Freund von mir eröffnete mir eines Abends, dass er in der Loge aufgenommen wurde und er das Gefühl hat, dass das etwas für mich sein könnte. Wie sehr, war mir an diesem Tag noch nicht klar. Das imposant über der Stadt thronende Logenhaus war mir von meinem Weg zur Arbeit von außen und von kulturellen und privaten Veranstaltungen (teilweise) von innen bekannt, jedoch gab es bis dato keine Kontakte zu Freimaurern. Dies sollte sich beim ersten Gästeabend bald ändern. Was mich von Anfang bis heute fasziniert hat, war die Gelassenheit und unaufgeregte Offenheit, die mir entgegengebracht wurde. Gästeabende, Gespräche und ein paar Bücher später, habe ich mich dazu entschlossen, einen Antrag auf Aufnahme zu stellen. Mehr als alle Abwägungen und Überlegungen hat mich mein Bauchgefühl, dass es die richtige Entscheidung ist, dahin geführt. Damit war die erste Übung, die erste Aufgabe in Angriff genommen, darauf zu vertrauen, dass man es gut mit mir meint. Und das ist bis heute so…

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WAS IST FÜR DICH DAS WICHTIGSTE ALS FREIMAURER?

Br. Peter Sommerer: Der Weg der Selbsterkenntnis (Gott sei Dank) ist nie zu Ende. Entgegen manchen gut gemeinten Lebensratgebern, die dazu aufrufen, endlich man selbst zu sein und sich dementsprechende, falsch verstandene Freiheiten zu nehmen, ist für mich der entscheidende Wert und Unterschied der Freimaurerei, sich seinem wahren Ich immer weiter zu nähern, um, darauf kommt es an, sich selber nicht mehr so wichtig nehmen „zu müssen“. Denn dann habe ich die Möglichkeit meine Mitmenschen in Familie, Beruf und Gesellschaft unvoreingenommen wahrnehmen zu können und geeignet darauf zu reagieren. Die Freimaurerei gibt dafür allerdings keine konkreten Antworten, im Sinne von Anweisungen, wie man sein Leben zu leben hat, aber sie stellt viele Fragen, die mir auf diesem Weg helfen sollen, diese Antworten zu finden.

WIE HAT DIE FREIMAUREREI DICH UND DEIN LEBEN VERÄNDERT?

Br. Peter Sommerer: In meinem Beruf als Dirigent geht es darum, Menschen für Musik, sowohl die Ausführenden als auch das Publikum zu begeistern. Ebenso als Hochschullehrer geht es mir darum zu vermitteln, wie das musikalische Momentum entstehen kann. Es gibt unzählige Parallelen dazu in der Freimaurerei, die mir dabei gezeigt haben, wie sehr Erleben und Wissen in Beziehung stehen. Ich bin sehr dankbar, dass es mir vergönnt ist, Menschen innerhalb und außerhalb der Loge „aktivieren“ zu dürfen, sich begeistern zu lassen. Im Wissen in einer dynamischen und lebendigen Bruderkette eingebunden zu sein, ist die Freude darauf, dass Dinge gelingen, immer größer, als die Bedenken und Angst davor, dass es etwas nicht funktioniert. Und selbst wenn, dann ist es Motivation und Antrieb neue Wege an Angriff zu nehmen…

Standpunkt und Denkanstoß

ES GEHT IMMER UM DEN EINZELNEN BRUDER

Freimaurer bewahren – ganz allgemein ausgedrückt – ethische Werte. Diese werden erfahrbar und spürbar gemacht. Man erlebt sie im Ritual gemeinsam mit den Freimaurer-Brüdern und kann sie so verinnerlichen. Das ist das Besondere.

Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und Toleranz kann man durchaus als erstrebenswerte Freimaurer-Tugenden bezeichnen. Und ja, es ist auffällig, dass wir ihnen zum Beispiel in Form der Amerikanischen oder Französischen Revolution offensichtlich wieder begegnen. Aber um hier gleich einem Missverständnis vorzubeugen: In den Logen gibt es keine Ideologie, die das eigenständige Denken ersetzt. Niemals kann somit etwas »im Namen der Freimaurer« geschehen. Nicht die Großloge, nicht die einzelne Loge vor Ort kann etwas bewegen. Es ist der einzelne Freimaurer, der sich engagiert, der etwas in der Gesellschaft oder in seinem direkten Umfeld verändert. Und ja, die Loge bietet einen geschützten Platz, einen Rückzugsort. In Zeiten von Absolutismus, Folter und Zensur war die Loge Keimzelle für freies Denken und Vernetzung unter den Brüdern und ist es natürlich mit anderen Vorzeichen auch noch heute. Kein Wunder, dass die freimaurerische Symbolik begeistert von der wachsenden Demokratiebewegung der frühen Aufklärung aufgenommen worden ist. Dichter und Philosophen wie Johann Gottfried Herder und Gotthold Ephraim Lessing waren überaus engagierte und sehr aktive Freimaurer, denen es gelungen ist, die Symbolik auf die Gesellschaft zu übertragen. Man baute dann im übertragenen Sinne am »Tempel der Humanität«, am »großen Bau der Menschheit«.

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Wir freuen uns auf Ihre Fragen und Anregungen.

Werner H. Heussinger

Landesgroßredner der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland / Freimaurerorden

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